Die Trilogie „Rosalie Blum“ von Camille Jourdy

Die Trilogie um Rosalie Blum ist ein Comic für Erwachsene. In sprühenden Farben und mit Liebe zum Detail hat die junge Illustratorin Camille Jourdy eine mitreißende Geschichte um skurril-komische Charaktere ersonnen: Da ist zunächst Vincent, der einsame Friseurladeninhaber, der sich nicht von seiner tyrannischen Mutter emanzipieren kann und von der Freundin verlassen wurde. Aber auch Aude ist unzufrieden mit ihrem Leben. Nachdem sie das Studium abgebrochen hat, lebt sie orientierungslos in den Tag hinein und teilt ihre Wohnung mit einem gescheiterten Zirkusakrobaten samt dessen ungewöhnlichen Haustieren. Im Mittelpunkt steht jedoch die mysteriöse Rosalie Blum. Als Vincent die Verkäuferin eines Tages in einem Lebensmittelgeschäft sieht, hat er ein Déjà-vu. Wann in seinem Leben hat er diese Frau nur schon einmal gesehen? Auf der Spur des Rätsels Lösung beginnt Vincent Rosalie Blum auf Schritt und Tritt zu folgen. Doch er ist nicht der einzige, der hier jemanden ausspioniert.
Mit großem zeichnerischen Talent und erstaunlicher Sensibilität hat Camille Jourdy trotz der depressiven Veranlagung ihrer Charaktere ein wahres „Gute-Laune-Buch“ geschaffen. Zurecht hat die Autorin für „Rosalie Blum“ 2009 den Grand Prix RTL erhalten. Un vrai bijou!
Claudia Sandberg
Éditions Actes Sud
Band 1, „Une impression de déjà-vu“, 2007 - 21 €
Band 2, „Haut les mains, peau de lapin !“, 2008 - 21 €
Band 3, „Au hasard Balthazar !“, 2009 – 21 €
Buchgarten Zadig

Der Name ist Programm: die neue französische Buchhandlung
Zadig zitiert die gleichnamige philosophische Erzählung Voltaires und folgt dessen klassisch-humanistischem Ideal – weltoffen, europäisch denkend, französisch geprägt.
Zadig spiegelt die französischsprachige Literatur in ihrer ganzen Vielfalt wider. Das breite Spektrum an französischsprachigen Büchern reicht vom Grundstock an Klassikern bis zu erst kürzlich in Frankreich veröffentlichten Neuerscheinungen. Die Auswahl orientiert sich an aktuellen Themen, den neuesten Tendenzen der literarischen Diskussion in Frankreich und widmet sich speziell der deutsch-französischen Thematik.

Die Buchhandlung will als neuer Treffpunkt in Berlin ein Zeichen setzen, sie engagiert sich für Begegnungen zwischen den Freunden der französischen Sprache und Kultur.
Über die ursprüngliche Idee der "Französischen Kulturecke" hinaus, in der von selbst eine Nähe zwischen Buch und Leser entsteht, versteht sich
Zadig als Austauschforum, das kulturell mit der Stadt und dem Stadtviertel mitschwingt und jedem gleichermaßen offen steht.

Vor einigen Jahren entwickelte das
atelier le balto sein Konzept der temporären Gärten. In Anlehnung an das bei Voltaire allgegenwärtige Bild des Gartens und in freundschaftlicher Nähe zum landschaftsarchitektonischen Konzept von
le balto nahm
Zadig nun die Möglichkeit wahr, eine Verbindung zwischen traditioneller Berliner „Strasseneckenliteratur“ und der Idee urbanen Bürgergeistes zu knüpfen: am 21. Juni fanden im Innenhof des Kulturhauses Mitte in der Auguststrasse die
Fête de la Musique sowie am 3. Juli 2005 ein Bücherflohmarkt statt. Zum Abschluss des Projektes Buchgarten luden
Zadig und das
atelier le balto am 3. September zu einem
Kiezpicknick ein. Ausserdem war
Zadig am 6. August Partner des Gärtner- und Architektenfestes von
le balto im Katen-Garten in der Linienstr. 44 . Eine französische Schauspielerin und ihr deutscher Kollege trugen ausgewählte Texte über Gärten und Städte vor.
Das Buchgarten-Projekt in der Linienstrasse entstand im Wunsch, persönliche Begegnungen zu ermöglichen. Das Ziel der Buchhandlung ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Anwohner und Passanten Anregung und Freiraum für Bewegung, Ausdruck und Austausch finden. Einen Sommer lang hat
Zadig - im Voltairschen Gärtnersinn - durch diesen Impuls das Kiezgeschehen kreativ begleitet.